Zum Inhalt springen

Ausbildung

Rettungshundearbeit braucht Zeit, Geduld und die Bereitschaft, gemeinsam zu lernen. Wir trainieren das ganze Jahr über mehrmals pro Woche, um Mensch und Hund Schritt für Schritt auf ihre Aufgaben als Rettungshundeteam vorzubereiten. Regelmäßiger Theorieunterricht ergänzt die praktische Ausbildung unserer Hundeführerinnen, Hundeführer und Helfer.

Dabei kommt auch das Miteinander nicht zu kurz. In unserer Staffel treffen Menschen aus unterschiedlichen Berufen und Altersgruppen aufeinander. Uns verbinden die Begeisterung für unsere Hunde, der Zusammenhalt im Team und das gemeinsame Ziel, Menschen in Not zu helfen.

Gemeinsam lernen und Vertrauen stärken

Im Training üben und festigen wir die Grundlagen der Rettungshundearbeit. Ein besonderer Schwerpunkt liegt darauf, das Verhalten des eigenen Hundes zu verstehen und seine Signale richtig zu deuten. Gleichzeitig lernen die Hunde, gefundene Personen in unterschiedlichen Situationen eindeutig und zuverlässig anzuzeigen.

Auch die Suchtaktik gehört zu jeder Trainingseinheit: Wie lässt sich ein Suchgebiet systematisch absuchen? Wie arbeiten Mensch und Hund dabei zusammen? Mit jeder Übung entwickeln wir die Fähigkeiten unserer Teams weiter.

Was Mensch und Hund mitbringen sollten

Für die Rettungshundearbeit braucht es auf beiden Seiten passende Voraussetzungen.

Der Hund sollte:

  • Menschen gegenüber freundlich und aufgeschlossen sein,

  • körperlich und psychisch gesund sein,

  • Freude am Spielen und an gemeinsamen Aufgaben haben,

  • eine gute Bindung zu seiner Hundeführerin oder seinem Hundeführer mitbringen.

Die Hundeführerin oder der Hundeführer sollte:

  • körperlich und psychisch stabil und belastbar sein,

  • regelmäßig Zeit für Ausbildung, Training und spätere Einsätze einplanen können,

  • gern im Team arbeiten,

  • offen und bereit sein, Neues zu lernen,

  • auch bei Regen, Kälte und Matsch Freude an der Arbeit draußen haben.

Mit Freude und Motivation zum Ziel

Für unsere Hunde beginnt die Suche nach vermissten Menschen als Suchspiel. Sie sammeln positive Erfahrungen und lernen, dass sich das Finden lohnt. Spiel oder Futterbelohnungen sorgen für einen positiven Abschluss und erhalten die Freude an der Arbeit.

Die Aufgaben wachsen mit dem Ausbildungsstand des jeweiligen Teams. So fördern wir die Motivation der Hunde und bereiten Mensch und Hund mit immer neuen Herausforderungen auf unterschiedliche Suchsituationen vor.

Wissen für den Einsatz

Zur Rettungshundearbeit gehört mehr als die Suche mit dem Hund. Unsere Aus- und Fortbildung umfasst unter anderem:

  • Erste Hilfe bei Mensch und Hund

  • Wissen über den Hund und seine Eigenschaften – die sogenannte Kynologie

  • Bergung verunglückter Personen

  • Trümmerkunde

  • Funkverkehr

  • Einsatz- und Suchtaktik in der Fläche und in Trümmern

  • Stressbewältigung und Verhalten in Risikosituationen

  • Unfallverhütung und Sicherheit im Einsatz

  • Orientierung mit Karte und Kompass

  • Transport von Hunden

Unsere Suchsparten

Wir bilden unsere Hunde in zwei Suchsparten aus: Flächensuche und Trümmersuche. Jede Sparte stellt eigene Anforderungen an Mensch und Hund.

Flächensuche

Bei der Flächensuche durchstöbern Hunde ein festgelegtes Gebiet nach menschlicher Witterung. Sie suchen beispielsweise in Wäldern oder unwegsamem Gelände nach Menschen, die sich verirrt haben, verletzt sind oder aus eigener Kraft nicht zurückfinden.

Die Hunde lernen, große Gebiete abzusuchen und gefundene Personen eindeutig anzuzeigen. Ihr feiner Geruchssinn hilft ihnen dabei auch dort, wo Menschen nur schwer vorankommen oder wenig sehen können. Typische Suchanlässe sind etwa vermisste Kinder oder orientierungslose Personen.

Trümmersuche

Trümmersuchhunde suchen nach verschütteten Menschen, beispielsweise nach einem Gebäudeeinsturz infolge einer Gasexplosion oder eines Erdbebens.

Zwischen zahlreichen anderen Gerüchen müssen sie menschliche Witterung erkennen und deren Ursprung orten. Sie lernen, auch Personen unter Trümmerschichten aufzuspüren und ihren Fund eindeutig anzuzeigen. Diese Arbeit stellt besondere Anforderungen an die Ausbildung von Mensch und Hund.